Eins vorweg: WordPress ist kein CMS im eigentlichen Sinne, sondern ein Blogsystem mit CMS-Funktionen. Es ist eine freie Software zum Aufbau und zur Pflege eines Weblogs. Durch seine erweiterten Funktionen (Erstellen von Seiten und Verwendung von Plugins) gestattet es jedoch auch den Einsatz als Content-Management-System (CMS).

Geschichte und Entwicklung von WordPress

Die erste stabile Version von WordPress erschien am 3. Januar 2014. Im Laufe der Jahre wurde der Funktionsumfang des Systems immer weiter ausgebaut, seit Version 1.5 wird auch das Anlegen und Verwalten von Seiten unterstützt. Das erlaubt den Einsatz von WordPress als CMS.

Im Jahr 2005 starteten die Entwickler von WordPress den Dienst wordpress.com, der es erlaubt, einen Blog ohne eigene Domain und eigenes Hosting zu betreiben. Das System basiert auf einer Multi-User-Version von WordPress. Jeder angemeldete User kann sich dort seinen eigenen Weblog einrichten und ist damit unter username.wordpress.com zu erreichen.

Laut Statistiken basieren mehr als 50% der mit einem CMS realisierten Webseiten auf WordPress.

Wordpress

Das „Backend“ (die Administrationsoberfläche) von WordPress bei einer frischen Installation

Die Funktionen

WordPress bietet schon von Haus aus sehr viele praktische Funktionen zur Realisierung schöner Webseiten – der Funktionsumfang kann jedoch sehr leicht noch um ein vielfaches erweitert werden.

Standardfunktionen

Schon bei einer frischen Installation sind das Erstellen und Verwalten von Beiträgen (Blogartikeln) und Seiten erlaubt. Die Verwaltung von Blogartikeln erfolgt mittels Kategorien und Schlagworten. Außerdem bietet es die Möglichkeit, eine Kommentarfunktion auf der Webseite nutzen zu können – bei Beiträgen und Seiten. WordPress bietet zudem eine Medienverwaltung mit Uploader zur Erstellung von Galerien auf Seiten oder zum Einbinden von Fotos in Beiträgen. Über das Redaktionssystem mit 5 verschiedenen Benutzerrollen können unterschiedliche Rechte für Mitarbeiter festgelegt werden.

Themes

Besonders beliebt ist der Einsatz sogenannter Themes. Dies sind individuelle Designs für die eigentliche Webseite (das „Frontend“). Aus der Administrationsoberfläche (dem „Backend“) heraus können Themes gesucht und aktiviert werden. Die Änderung ist dann sofort auf der Webseite sichtbar.

Es existieren sehr viele Themes für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete: reine Blogs, Magazin-Themes, Portfolios u.v.m. – dabei wird auch zwischen free und Premium-Themes unterschieden. Premium-Themes sind meist für ca. 50€ erhältlich und somit fast schon Schnäppchen.

Wordpress Themes

Das WordPress Theme Repository mit empfohlenen Themes

Plugins

WordPress bietet ein sehr einfaches System zur Installation und Verwaltung von Plugins, mit denen es ermöglicht wird, den Funktionsumfang von WordPress noch einmal zu erweitern. Scrollt man einmal durch die Liste der verfügbaren Plugins, wird man sehr schnell merken, dass für nahezu jede Situation eine geeignete Erweiterung vorhanden ist.

Wordpress Plugins

Das WordPress Plugin Repository mit empfohlenen Plugins

Kritik

Wie bei jeder Software gibt es auch bei WordPress einige Kritikpunkte, die es seitens der Entwickler noch zu beheben gilt (sofern möglich natürlich).

Mehrsprachigkeit

Das System bietet im Gegensatz zu Typo3 bisher noch keine native Unterstützung für mehrsprachige Webseiten. Zwar gibt es Plugins, die WordPress um diese Funktion erweitern können, der Umgang mit solchen Erweiterungen ist jedoch meist eher umständlich. Alternativ bietet sich die Option der Multisite an, mit dem für jede Sprache eine eigene Webseite eingerichtet werden kann.

Entwicklung von Themes

Die Entwicklung von Themes ist unter WordPress sehr umständlich. Es existiert zwar ein Codex zur Programmierung, die Schnittstellen sind aber uneinheitlich und erschweren somit die Programmierung. Außerdem besteht ein Theme aus PHP Schnipseln und reinem HTML und ist somit für Anfänger nicht geeignet. In Typo3 z.B. werden Themes (hier Templates) nur in HTML und CSS erstellt, was den Einstieg in ein CMS erleichtert.