Child Themes sind seit WordPress 3.0 eine tolle Möglichkeit, um ein WordPress Theme nach eigenen Wünschen anpassen zu können. Die Erstellung eines Child Themes ist wichtig, um bei einem Update des eigentlichen Themes (das Parent Theme) keine Änderungen zu verlieren. So können Sie also ein bestehendes Theme anpassen und Ihr Theme dennoch aktuell halten.

Wie so ein Child Theme angelegt wird und wie es funktioniert, möchte ich Ihnen in diesem Artikel erklären.

Was genau ist ein Child Theme?

Wie bereits erwähnt, gibt uns WordPress seit Version 3.0 die Möglichkeit, „Kinder“ von Themes erstellen zu können. Diese Kinder greifen auf das Parent Theme zu und wenden nur die Änderungen an, die im Stylesheet bzw. im Ordner des Child Themes liegen.

Wie erstelle ich ein Child Theme?

Die Erstellung und Verwendung eines Child Themes sind denkbar einfach. Legen Sie einfach einen weiteren Ordner in /wp-content/themes/ ein und benennen Sie ihn bestenfalls wie das Parent Theme, jedoch mit angehängtem „-child“. So erkennen Sie am leichtesten, zu welchem Parent Theme das Kind gehört.
In dem neu erstellten Ordner legen Sie dann die Datei „style.css“ an.

Wordpress Child Theme

Im Bild: Die Ordner-Struktur der WordPress-Templates und das Child Theme

Die angelegte Stylesheet-Datei muss natürlich einige Hinweise auf das Parent Theme enthalten, damit WordPress auch wirklich weiß, wie es mit dem Child Theme umzugehen hat. In unserem Beispiel haben wir ein Child Theme für das twentyfourteen Theme angelegt. Unser angelegter Ordner heißt demnach twentyfourteen-child und beinhaltet die Datei „style.css“ mit folgendem Inhalt:

/*
Theme Name: twentyfourteen Child Theme
Description: Child Theme for twentyfourteen theme
Author: vierpunkt Grafik-Design
Author URI: http://www.vierpunkt.de/
Template: twentyfourteen
*/

Ausschlaggebend für die Funktionalität des Child Themes sind hierbei aber nur die Zeilen „Theme Name“ und „Template“. Theme Name ist, denke ich, selbsterklärend, Template gibt an, welches Parent Theme benutzt werden soll. „Description“, „Author“ und „Author URL“ sind optional und können nach Belieben ausgefüllt werden.

Die beiden Zeilen mit /* und */ sind zwingend notwendig, da dieser Teil der Stylesheet-Datei ja nur eine Kommentarfunktion besitzen und nicht zum eigentlich Styling des Theme gehören.

Wie beginne ich nun mit dem Styling?

Direkt nach der vorangegangen Einleitung und der Erklärung zum Parent Theme müssen Sie natürlich noch das Stylesheet des Parent Themes importieren.

@import url(„../twentyfourteen/style.css“);

Im Anschluss können sie dann gleich mit dem Styling Ihres Child Themes beginnen. Suchen und finden Sie die Bereiche im Theme, die Sie ändern möchten und fügen Sie Ihr gewünschtes Styling nun ein.
Beispielsweise wollen Sie die Schriftgröße der Überschrift 1. Ordnung (h1) ändern, so schreiben Sie:

h1 {font-size: 20px;}

Ich würde gerne auch andere Dinge am Theme ändern

Kein Problem. Alles, was sich im Child Theme-Ordner befindet, wird beim Parent Theme überschrieben. Somit können Sie auch die index.php des Parent Themes in den neuen Ordner kopieren und abändern. Sie können sogar neue Template-Dateien für Seiten anlegen und diese dann in Ihrem Child Theme nutzen. Auch Änderungen an der functions.php sind möglich.

Hat ein solches Child Theme auch Nachteile?

Jein. Eher selten. Während unserer Arbeit mit Child Themes ist es auch schon einmal vorgekommen, dass beim Update des Parent Themes neue Funktionen mit eingebracht wurden, die entweder neues Styling mitbrachten oder das vorherige Styling deswegen geändert werden musste. Dies bedeutet dann, dass Sie trotzdem nochmal Ihr Child Theme nachbessern bzw. korrigieren müssen. Sollten Sie Änderungen an der index.php oder einer anderen Datei vorgenommen haben, sollten Sie bei größeren Updates des Parent Themes vergleichen, ob neue Funktionen hinzugefügt wurden und die Funktionalität der Seite überprüfen.

Dennoch bleibt selbst bei diesem verschwindend geringen Aufwand immer der große Vorteil, dass sie bei einem Update des Themes nicht Ihre kompletten Änderungen verlieren. Sie bleiben mit Ihrem Theme somit immer auf dem neuesten Stand, müssen aber nicht befürchten, dass Sie das ganze Styling oder sonstige Änderungen noch einmal vornehmen müssen.

Gibt es noch weitere Ressourcen zu diesem Thema?

Ja, natürlich. WordPress selbst bietet in seinem Codex eine ausführliche englische Anleitung über die Nutzung von Child Themes. Die Anleitung finden Sie hier: http://codex.wordpress.org/Child_Themes

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit Child Themes gemacht oder selbst schon eines erstellt? Was denken Sie darüber?