Beim Aufbau einer Webseite mit WordPress stellt sich irgendwann die Frage nach den Benutzerstatistiken. Wieviele Besucher hat meine Seite? Was machen diese Besucher hier? Welche Bereiche meiner Seiten werden am meisten besucht und wie kommen die Besucher überhaupt zu mir?

Wir nutzen zum Tracken bzw. Analysieren dieser Besucherstatistik zwei verschiedene Plugins, die sich gegenseitig ergänzen. Zum einen wäre dies die Statistik von Jetpack, welches bei jeder WordPress-Installation eigentlich schon zum Standard-Repertoire gehören sollte und zur Erweiterung dieser Darstellung nutzen wir die Funktionen und das dazugehörige Plugin von Google Analytics.

Jetpack Statistiken

Jetpack ist ein Plugin von WordPress selbst, das das System um viele Funktionen erweitert – darunter z. B. automatisches Publizieren neuer Beiträge, Sharing-Buttons, „Ähnliche Beiträge“ oder eben auch die Statistiken. Diese Statistiken werden direkt über WordPress getrackt und können mit einem Widget im Dashboard der Webseite eingesehen und analysiert werden.

Besucher Statistik tracken

Das Jetpack-Diagramm einer Beispiel-Webseite

Das Diagramm

Das Diagramm der Jetpack Statistiken ist für uns leider eher weniger aussagekräftig. Es zeigt lediglich, wieviele Seitenaufrufe die Webseite an einem Tag hatte. Nicht zu verwechseln sind die Seitenaufrufe mit den Besuchern der Seite. Wenn beispielsweise 10 Besucher jeweils 5 Seiten der Webseite angesehen haben, wurden bereits 50 Seiten aufgerufen. Seitenaufrufe sind also keinesfalls mit Besuchern gleich zu setzen.

Top-Beiträge

Interessanter wird es für uns schon in der Liste der „Top-Beiträge“. Hier sehen wir, welche Seiten und Beiträge am heutigen Tag aufgerufen wurden und auch, wie oft diese angesehen wurden. Dies hilft uns bei der Analyse beliebter Beiträge. Wir können sehen, welche Seiten oder Blogartikel besonders gerne gelesen werden und können uns in Zukunft an ebendiesen orientieren. Wir können sie mit dem Rest der Webseite vergleichen, um herauszufinden, wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

Top-Suchen

Ebenso spannend und interessant ist auch die Liste der „Top-Suchen“. In dieser Liste stehen die Begriffe, die in die Suchmasken der Suchmaschinen eingegeben wurden und letztendlich zu unserer Webseite führten. Mit dieser Liste können wir erkennen und bestimmen, unter welchen Suchbegriffen die Besucher bereits bei uns landen und die Webseite gegebenfalls auch auf diese Keywords hin optimieren.

Google Analytics im Dashboard

Google Analytics ist wohl das bekannteste Tool zum Tracken und Analysieren des Besucherverhaltens. Das Tool ist darauf ausgelegt, jeden Schritt eines Besuchers auf unserer Webseite aufzuzeichnen, damit wir schlussendlich herausfinden können, wie sich der Besucher auf unserer Seite bewegt und verhält. Google Analytics zeichnet dabei viel mehr als nur die üblichen Statistiken auf.

Besucher Statistik tracken

Das Google Analytics-Diagramm einer Beispiel-Webseite

Das Diagramm

Im Gegensatz zu Jetpack ist das Diagramm des Google Analytics Plugins umfangreicher. Hier können wir bereits einstellen, welche Statistik uns am meisten interessiert. Am liebsten lassen wir uns die Besucher der letzten 30 Tage anzeigen. Somit können wir nachvollziehen, an welchen Tagen besonders viele oder besonders wenig Leser auf unserer Webseite unterwegs waren.

Users

Wie Jetpack auch bietet das Plugin von Google Analytics auch gleich noch mehrere Informationen auf einen Blick. Unter dem üblichen Diagramm finden wir Angaben zu: Sessions, Users, Seitenaufrufe, Absprungrate, Organic Search und Pages/Session.
Im Bereich Users können wir dann gleich im Dashboard ablesen, wieviel Besucher die Webseite in diesem Monat verzeichnen konnte. Diese Angaben sind übrigens abhängig von der Darstellung des Diagramms. Hätten wir als Zeitraum 90 Tage gewählt, so würde uns das Widget auch die Besucher der letzten 90 Tage angeben.

Seitenaufrufe

Die Seitenaufrufe bieten uns eine numerische Angabe zu dem, was das Jetpack-Diagramm anzeigt. Auch hier zeigt es wieder die Aufrufe der letzten 30 Tage.

Pages/Session

Der Bereich für die Seiten pro Session ist in vielen Fällen besonders interessant. Wir können erkennen, wieviele Seiten ein Besucher pro Besuch aufgerufen hat. Daraus können wir ableiten, wie gut unsere Webseite organisiert ist oder wie spannend die Seite ist. Hier müssen wir unterscheiden, wo der Schwerpunkt unserer Seite liegt. Einerseits könnten wir sehen, dass unser Besucher schnell und einfach die gewünschten Informationen finden konnte, andererseits könnten wir aber auch erkennen, ob der Besucher die Seite sehr spannend fand und dort länger bzw. über mehrere Seiten verweilte.

Absprungrate

Meiner Meinung nach die spannendsten Angaben finden sich unter der Absprungrate. Diese Zahl zeigt uns, wieviel Prozent der User die Webseite ohne weitere Interaktion schon verlassen haben. Aber auch hier müssen wir wieder selbst wissen, wie unsere Webseite funktioniert.

Typische One-Pager (also Webseiten mit nur einer Seite) haben logischerweise eine enorm hohe Absprungrate, schließlich kann man ja auch nicht weiter mit der Seite interagieren. Andere Webseiten wiederum kommen mit Absprungraten von 40-60% aus, weil entweder ihre Unterseiten mit den eigentlichen Informationen sehr schnell über Suchmaschinen gefunden werden können oder auch – das sollte man ebenfalls bedenken – weil sie einfach nicht gut genug sind. Vereinzelt gibt es auch Webseiten mit Absprungraten unter 5%. Das bedeutet, dass weniger als 5 von 100 Leuten die Webseite sofort nach der Homepage wieder verlassen.

Webseite ≠ Homepage. Als Webseite wird der gesamte Internetauftritt bzw. alle Seiten einer Domain mit Unterseiten bezeichnet. Eine Homepage ist nur die Startseite einer Webseite – ein Link zu ihr wird oft als Haus dargestellt.

Um unsere Absprungrate analysieren und optimieren zu können, müssen wir also vorher erst einmal unsere Webseite selbst kennen. Wir müssen wissen, wie die Besucher auf unserer Webseite landen und warum sie die Seite gleich wieder verlassen. Wenn die Seite darauf ausgelegt ist, bestimmte Informationen zu liefern und diese Seiten auch sehr gut über Google zu finden sind, ist eine Absprungrate im mittleren Bereich vollkommen in Ordnung. Dies sagt uns dann, dass der Besucher bereits auf der ersten Seite, auf der er in unsere Webseite eingestiegen sind, seine gesuchten Infos finden konnte. Wenn wir jedoch eine Webseite haben, die im gesamten gesehen und gelesen werden sollte, dann muss die Absprungrate im unteren Bereich liegen. Alles andere würde uns sagen, dass die Webseite entweder nicht ansprechend oder auch schlecht organisiert ist.

Oftmals fühlen sich die Besucher leider von solchen Statistiken oder dem Wissen, dass ihr Besuch aufgezeichnet wird, belästigt, obwohl sie dem Webmaster damit eigentlich nur sehr wichtige Informationen liefern.
Welche Erfahrungen haben Sie mit solchen Statistiken gemacht und wie gehen Sie mit diesem Wissen um? Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion, um uns Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen mitzuteilen.