Die Welt der Buchstaben ist eine ganze eigene. Sie folgt ihren eigenen Gesetzen und Regeln. In diesem Blogartikel und den Folgenden möchten wir einmal den Aufbau und die Verwendung der Buchstaben unter die Lupe nehmen.

Buchstaben und ihre Eigenheiten

Ein ständiger Begleiter des Menschen ist seit jeher die Schrift in all ihren Erscheinungsformen. Sie hilft uns Inhalte zu kommunizieren, wenn es mit Bildern nicht geht oder zu umständlich ist. Somit ist Schrift eines der wichtigsten Phänomene unseres Daseins. Sie bringt ganzes Kulturdenken und Verhaltensformen auf einen Nenner, sie bildet einen Konsens, der über Ländergrenzen hinweg gleich verstanden wird (vor allem im abendländischen Bereich). Schriftstücke und deren Inhalt hat das Schicksal ganzer Nationen beeinflusst (z. B. Bill of rights, Versailler Vertrag,…). Die Römer haben einst ein Schriftensystem entwickelt, das in der jetzigen Zeit noch Gültigkeit hat. Die Grundformen sind bis heute nahezu identisch geblieben, zumindest was die Versalbuchstaben angeht. Der Bedarf an Kleinbuchstaben wurde erst zur karolingischen Zeit unter Kaiser Karl dem Grossen mit der karolingischen Minuskel gedeckt. Aber auch die Kleinbuchstaben sind in ihrer Grundstruktur bis heute die Gleichen geblieben. Schriften vermitteln viel und besitzen eine eigen Anatomie. Deswegen sollte man sich mit ihnen und ihrem Erscheinungsbild beschäftigen. Der sorgsame Umgang mit ihr ist wichtig, schließlich will man in einem Text ja nicht missverstanden werden, oder dass ein gewichtiges Anliegen im Textsalat untergeht.

Aufbau von Buchstaben

Aufbau von Buchstaben

Buchstaben haben ihren eigenen Körperbau. Sie sind eingeteilt in x-Höhe, Ober- und Unterlänge. Die x-Höhe bildet sozusagen die Basis des Buchstaben. Jeder Buchstabe ist in der x-Höhe vertreten. Die Oberlänge bezeichnet die Elemente die über die x-Höhe hinausragt (jeder Versalbuchstabe hat Oberlänge). Unterlänge wird hingegen als das bezeichnet was unterhalb der x-Höhe passiert (z.B. j und y weisen Unterlänge auf) Jede Schrift unterscheidet sich in der Verwendung der verschiedenen Höhen, deswegen fallen viele von Ihnen auch unterschiedlich groß aus bei gleich verwendeter Punktzahl. So erscheint die Helvetica z. B. größer als eine Garamond. Die Räume innerhalb eines Buchstabens, die nicht gedruckt werden (z. B. Innenraum von einem kleinen „e“), nennt man Punzen. Hierbei kann man zwischen geschlossenen und offenen Punzen unterscheiden. Ein „c“ besitzt eine offene Punze, während ein „d“ zum Beispiel eine geschlossene Punze aufweist.

Serifen und Tropfen

Serifen und Tropfen

Die Serifen spielen seit Anbeginn der Schriftgeschichte eine wichtige Rolle. Sie stellen sich durch Ausläufe an den Enden der Buchstaben dar. Ihre Aufgabe ist es das Auge zu lenken und die Charaktereigenschaften eines Buchstaben zu betonen. Sie werden aber auch gerne als Zierelemente eingesetzt, da sie einen Buchstaben edel erscheinen lassen. Serifen müssen nicht immer gleich aussehen. Es gibt zahlreiche Beispiele in der Schriftgeschichte für verschiedene Erscheinungsformen von Serifen. Eine klassische Antiqua hat zum Beispiel ausgeprägte Serifen, die sich an den Stamm anpassen. Eine klassizistische Antiqua hingegen weist sehr dünne Serifen aus, die sich nicht dem Buchstaben anpassen. Durch die starke Betonung der Eigenarten eines Buchstaben weisen serifenbetonte Schriften eine sehr hohe Lesbarkeit auf. Deswegen eignen sie sich hervorragend für einen Mengentext. Eine weitere Art die Lesbarkeit ästhetisch zu erhöhen, sind sogenannte Tropfen. Hier spricht man von Verdickungen in Tropfenform an den Enden der Lettern. Das Auge nimmt diese Hervorhebung verstärkt wahr und kann den Buchstaben einfacher identifizieren.

Serifen und Tropfen