Um Sprache für alle Menschen verständlich wiederzugeben, benötigt es einige Regeln. Nicht nur die Beherrschung der Vokabeln ist entscheidend. Jede Sprache hat ihre Eigenheiten im Schriftgebrauch. Formatiert man einen Text dieser Sprache, so muss man auch ihre Zeichen und Schreibweisen beherrschen. Einen französischen Text zu veröffentlichen ohne die Akzente auf den Buchstaben zu setzen, gleicht an Beleidigung und zeugt von kulturellem Unwissen. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich so verschiedene Sprach- und Grammatikgepflogenheiten entwickelt, die es zu beachten gilt, will man sich nicht als Kulturbanause blamieren.

Mediävalziffern

Der Begriff Mediävalziffern stammt wie so viele typographische Fachwörter aus der Bleisatzzeit. Damit waren in Deutschland ursprünglich die Zahlen aus gotischen Schriften (z. B. Textur) gemeint. Im Laufe des 19. Jahrhunderts, wurde dieser Begriff aktualisiert. Mediävalziffern sind Zahlen, die über Ober- und Unterlänge verfügen. Dadurch passen sie sich perfekt in den Fließtext ein und reißen keine Löcher in den Text. Solange man also im Fließtext arbeitet und der Font über diese Ziffern verfügt, ist es schon fast ein Muss auf diese harmonischen Zahlen zurückzugreifen. Außerhalb des Fließtextes ist man mit den Versalziffern, die jeder kennt und so schon in der Grundschule gelernt werden, besser beraten. Versalziffern verfügen über keine Ober- oder Unterlängen. Dafür ist jede Ziffer gleich groß (ebenso groß wie ein Versalbuchstabe). Gerade in Tabellen fördert dies die Lesbarkeit und Überschaubarkeit.

Buchstaben und ihre Eigenheiten

Anführungszeichen

Es gleicht einer Volkskrankheit, die durch Unwissenheit entstanden ist. Das Zeichen für Zoll wird wohl öfter für wörtliche Rede hergenommen, als die dafür vorgesehenen Formatierungszeichen. Den Grund dafür liefern unsere Tastaturen. Schließlich ist das Zollzeichen (bequem erreichbar auf der selben Taste auf der sich auch die „2“ befindet), das Symbol das einem „Gänsefüßchen“ am meisten gleichkommt. Durch die falsche Benutzung der Anführungszeichen wirkt ein Text laienhaft, wie als hätte er fatale Rechtschreibfehler in sich. Ganz zu schweigen davon, dass der Leser verwirrt wird, da das Zollzeichen ja auch einmal für seinen richtigen Zweck verwendet werden kann. Nun kann man nicht mehr unterscheiden, was noch zur wörtlichen Rede gehört und was nicht. Dazu kommt noch, dass Zollzeichen nur oben gesetzt werden und nicht auch unten an der Grundlinie. In einer wörtlichen Rede kann so der Anfang und das Ende nicht erkenntlich gemacht werden.

Buchstaben und ihre Eigenheiten

Gerade bei der wörtlichen Rede muss man zwischen den Ländern differenzieren. Die Unterschiede sind zwar nicht groß, aber sie sind vorhanden und müssen beachtet werden. Im Deutschen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten wörtliche Rede auszuzeichnen. Die bekannteste von Ihnen sind die sogenannten „Gänsefüßchen“. Zuerst werden sie, um den Anfang der wörtlichen Rede zu markieren, vor dem ersten Wort auf der Grundlinie gesetzt. Ist die Rede abgeschlossen wird das Zeichen noch einmal nach dem Letzten Wort oben rechts gesetzt. Auch in England werden die „Gänsefüßchen“ benutzt. Allerdings werden diese sowohl am Anfang als auch am Ende, oben gesetzt. Die Alternative zu den „Gänsefüßchen“ heißt „Guillemets“. Diese stammen aus dem Französischem und werden, wer hätte es erahnen können, in Frankreich verwendet. In Deutschland zeigen die Zeichen im Gegensatz zum ursprünglichen französischem Gebrauch nach innen und nicht nach außen. Zusätzlich setzen die Franzosen zwischen den „Guillemets“ und den Lettern noch jeweils einen Leerraum.

Buchstaben und ihre Eigenheiten

Striche und Leerräume

Es gibt verschiedene Arten von Strichen die bei bestimmten Gegebenheiten zum Einsatz kommen. Ihre Länge wird nach einem alten Begriff aus dem Bleisatz definiert. Wir sprechen hier vom sogenannten Geviert.
Einer der wichtigsten Striche ist der wohlbekannte „Gedankenstrich“, dieser hat eine übliche Größe von einem Halbgeviert. Benutzt man einen „Gedankenstrich“, so muss vor dem Strich und nach dem Strich jeweils ein Leerraum stehen. Wird der Halbgeviert-Strich als Bis-Strich oder als Streckenstrich verwendet, so sind diese Leerräume nicht vonnöten. In anderen Ländern wie z. B. Amerika wird statt dem Halbgeviert auch ein Geviertstrich verwendet. In Deutschland wird dieser nicht verwendet, da er zu große Löcher im Text erzeugen würde. Der am häufigsten verwendete Bindestrich ist ein Viertelgeviert groß. Er erscheint immer ohne zusätzliche Leerräume. Seine Aufgabe ist es Wörter oder Textbausteine erkenntlich zusammen zu schmieden, ohne das sie ihre Bedeutung verlieren und der Zusammenhang klar wird. Der Viertelgeviertstrich wird aber auch als Ergänzungs- oder Trennstrich am Ende der Zeile benutzt.­ Der Standardwert für ein Leerzeichen beträgt ebenfalls ein Viertelgeviert.

Buchstaben und ihre Eigenheiten